Physiotherapie

Massagetherapie

Klassische Massage (KMT)

Die klassische Massage ist wohl die bekannteste Massageform. Sie dient vor allem zur Vorbeugung und Behandlung von Verspannungen der Muskulatur und zur Verbesserung der Durchblutung von Haut und Muskulatur, es können aber auch erkrankte innere Organe günstig beeinflusst werden. Typische Beschwerden sind z.B. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Probleme infolge sportlicher oder einseitiger körperlicher Belastung, Bewegungseinschränkungen bedingt durch eine verspannte oder verkürzte Muskulatur o. ä.

Diese Technik wurde um die Jahrhundertwende vom schwedischen Studenten Henri Peter Ling entwickelt, daher nennt man sie auch "Schwedische Massage". Sie verfügt über 5 Handgriffe, die aufgrund ihrer Wirkung in den unterschiedlichen Phasen einer Massage angewendet werden:

  • Effleurage (Streichung)
    Diese sanfte Massage parallel zum Verlauf der Muskelfasern, wird meist als sehr angenehm empfunden. Der Therapeut nimmt damit Kontakt zum Patienten auf, erspürt Verspannungen oder Verhärtungen und ermöglicht als Entspannungsphasen zwischen stärkeren Griffen.
  • Petrissage (Knetung)
    Sie erfolgt jeweils in beide Verlaufsrichtungen des Muskels, dadurch werden Verspannungen gelöst und die Durchblutung verbessert, sie wirkt auf die Muskulatur und das Unterhautbindegewebe.
  • Friktion (Reibung)
    Kreisende Bewegungen mit Daumen und Fingerkuppen wirken in die Tiefe der Muskulatur. Sie sind sehr effektiv bei Verspannung und Verhärtungen der Muskulatur. Diese Griffe sind sehr kraftvoll und können eventuell Schmerzen verursachen, daher werden sie besonders vorsichtig und gezielt eingesetzt.
  • Tapotement (Klopfen, Klatschen)
    Leichtes Schlagen, Klopfen fördert die Durchblutung der Muskulatur in der Tiefe und regt das Nervensystem an.
  • Vibration (Erschütterung)
    Der Therapeut erzeugt ein Muskelzittern, das lockernd und krampflösend, sogar bis in tiefer gelegene Gewebe und Organe, wirkt.

Keine Massage erfolgt z.B. bei akuten Entzündungen, bestimmten Hauterkrankungen, Fieber oder Gefäßerkrankungen, da der bereits stark beanspruchte Körper durch die Massage zusätzlich belastet würde.

Bindegewebsmassage (BGH)

Die Bindegewebsmassage beruht auf der Erkenntnis, dass sich Nervenstränge in der Haut und innere Organe, die mit Segmenten der Haut verbunden sind, über Berührungen beeinflussen lassen. Der Therapeut ertastet und beurteilt Spannungen im Bindegewebe und versucht, diese durch spezielle Griffe auszugleichen. Dabei werden lokal eine stärkere Durchblutung des Gewebes ausgelöst, sowie auch innere Organe und entfernt liegende Gebiete günstig beeinflusst. Die Bindegewebsmassage wurde von der Krankengymnastin Elisabeth Dicke Ende der 20er Jahre entwickelt. Typische Beschwerden, die mit dieser Massagetechnik behandelt werden, sind z.B. Durchblutungsstörungen der Beine, Magen-Darmstörungen sowie Leber- und Gallenbeschwerden nach Entzündungen, Krampfadern, Migräne, Menstruationsbeschwerden u.a.

Segmentmassage (SM)

Segment nennt man eine Zone, die durch einen Rückenmarksnerv (Spinalnerv) versorgt wird. So ein Segment umfasst immer ein bestimmtes Hautareal und damit verbundene einzelne Skelettmuskeln, Gefäßabschnitte, Organe usw. Bei der Massage gibt die bearbeitete Haut Impulse an die mit ihr zusammenhängenden Muskeln, Nerven und Organe ab. Der Therapeut massiert also sehr gezielte Abschnitte meist nahe der Wirbelsäule. Man unterscheidet 6 Kopfsegmente, 12 Brustsegmente, 5 Lendensegmente und 1 Steißbeinsegment.

Perlostmassage/Zentrifugalmassage

Zentrifugalmassage: Spezialmassage zur Beseitigung von Bewegungseinschränkungen im Schulter- Arm-Bereich. Dabei verwendet der Therapeut ein flüssiges Gleitmittel (warmes Wasser und gut schäumende Seife), wodurch Kraft, Druck, Bewegung und Gleiten durch die Hände gut miteinander kombiniert werden können. Während einer Behandlung immer nur ein Arm massiert. Zentrifugalmassage ist eine besondere Behandlung und bedarf einer Zusatzausbildung.

Perlostmassage: Die Periostmassage ist eine besondere Form der Reflexzonenmassage, die sowohl lokal am Ort der Massage als auch reflektorisch auf innere Organe wirkt. Der Therapeut übt einen direkten starken Druck auf die Knochenhaut (Periost) aus. Dabei wird evtl. darüberliegende Muskulatur nicht beeinflusst. Typische Beschwerden, die mit dieser Massagetechnik behandelt werden, sind z.B. Arthrose, Rückenleiden, nichtentzündliche Schmerzerkrankungen u.a.

Marnitzmassage

Die Schlüsselzonenmassage (oder Manuelle Therapie nach Dr. Marnitz) wurde von Dr. Harry Marnitz als ganzheitliches Behandlungskonzept entwickelt. Schlüsselzonen sind Bereiche des Körpers, die über Reflexbögen miteinander in Verbindung stehen. Entscheidend sind hier die genauen anatomischen und funktionellen Kenntnisse des Therapeuten über die Reizausbreitung im Körper. Typische Beschwerden, die mit dieser Massagetechnik behandelt werden, sind Schmerzen bei chronischen und akuten Gelenkserkrankungen. Die Behandlung erfolgt sehr langsam, und da sie nur sehr gezielt und nicht großflächig durchblutungsfördernd angewendet wird, können auch Patienten mit Ödemen behandelt werden.

Unterwassermassage (UWM)

Bei der Unterwassermassage sitzt der Patient in einer Badewanne und wird mit den Händen des Therapeuten massiert. Durch die Wärme und den Auftrieb des Wassers kann so die Wirkung einer herkömmlichen Massage gesteigert werden.
(Nur in der »Praxis Westendstraße.)

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